Manorathapurani i. 15. 295

 

 

8.     Letzte Rettung für den Hundeschlächter

 

Am Fuße des Sonaberges, so erzählt man sich, lebte einst der Mönchsältere Sona, ein vortrefflicher Prediger der Lehre. Sein Vater jedoch war Hundeschlächter und obwohl der Mönchsältere alles versucht hatte seinen Vater von diesem verwerflichen Lebenserwerb abzubringen, scheiterten alle seine Versuche.

Als der Vater jedoch in seinen alten Tagen war, ordinierte ihn sein Sohn trotz dessen Vorbehalt - allein in der Hoffnung, tugendhafte Tage im Alter könnten ihn vor schlechter Wiedergeburt bewahren.

Als der Vater nun eines Tages auf dem Krankenbette lag, erschien ihm die Hölle. Riesige Hunde tauchten aus dem Fuße des Sonaberges auf und umzingelten ihn, gleich als ob sie ihn jeden Augenblick zerfleischen wollten. In größter Furcht rief er zu seinem Sohn: „Schütze mich Junge, o schütze mich doch!“ Da fragte der Mönchsältere Sona seinen Vater: „Was gibt es, mein älterer Mönch?“ – „Siehst du denn nicht, mein Sohn“, fragte der Vater und zeigte auf die Wand. Da dachte der Mönchsältere Sona bei sich: „Wie etwa, wird mein Vater jetzt also doch der Hölle anheimfallen?! Ich will ihm eine Stütze sein“. Darauf ließ er zusammen mit den Novizen des Klosters verschiedenste Blumen zur Pagode schaffen, wo er eine Andacht leitete. Gleich darauf hielt er eine zweite Andacht vor dem Bodhibaum (dem Baum des Erwachens) ab. Dann holte er eine Reliquie von der Pagode, hieß seinen Vater sich im Bette aufsetzen und sprach: „Mein Vater! Andacht und Meditation haben wir um deinetwillen vollbracht. Verehre du nun den Erwachten.“ Und als der Vater erfreuten Herzens des Erwachten gedachte, erschien ihm die Götterwelt. Umgeben von himmlischen Nymphen rief er aus: „Gehe jetzt Sona.“ – „Warum, mein Mönch?“ – „Die Mütter kommen.“

Da wußte der Mönchsältere Sona, daß seinem Vater die Götterwelt erschienen war.