Manorathapurani iI. 5. 42

 

 

16.    Das aber ist euer Weg

 

Einst, so erzählt man sich, hielt der Mönchsältere Dighabhanaka-Furchtlos einen Lehrvortrag über die Zufriedenheit mit den vier Bedarfsgegenständen und über die große Lehrrede von der Freude am Meditieren und den vier edlen Bräuchen – ein Vortrag, der die ganze Nacht währte.

Das ganze Dorf aber versammelte sich. Große Ehre wurde dem Mönchsälteren zuteil. Ein älterer Mönch, der, von Neid erfüllt, das nicht weiter mitansehen konnte, beschimpfte den Mönchälteren: „Dighabhanako meint zwar von den edlen Bräuchen zu sprechen, hat aber die ganze Nacht nichts anderes als lauten Lärm gemacht.“

Auf dem Rückweg zu ihren Klöstern gingen beide Mönche gemeinsam eines Weges. Und den ganzen Weg lang, nur einige Ellen vor dem Mönchsälteren ‚Furchtlos’ einherschreitend schimpfte dieser Ältere über Dighabhanako.

An der Wegkreuzung, wo sich die Wege zu ihren beiden Klöster trennten, blieb Mönch Furchtlos stehen, verehrte den älteren Mönch respektvoll und sprach: „Das, Ehrwürdiger, ist der euer Weg.“ Jener aber gab vor ihn nicht gehört zu haben und ging weiter. Auch der Dighabhanako begab sich zu seinem Kloster, wusch sich die Füße und setzte sich. Da fragte ihn einer seiner Schüler: „Warum, Ehrwürdiger, habt ihr dem, der euch den ganzen Weg lang beschimpft hat, nichts erwidert?“ Der Mönchsältere meinte nur: „Geduld, Bruder, ist meine Angelegenheit, nicht Ungeduld. Nicht sehe ich, daß mir beim Heben auch nur eines Fußes, bei einem Schritte, mein geistiges Übungsobjekt entglitten wäre.“